Ein Bilderbuch-Gautrachtenfest konnte der mit 117 Trachtenvereinen stärkste Gauverband von den 22 Gauverbänden, der Gauverband I unter dem Dach des Bayerischen Trachtenverbandes in Bad Endorf feiern. Gut 8.000 Trachtlerinnen und Trachtler, dazu Fahnenabordnungen, Festwägen und Blaskapellen bereicherten den Ort und prägten diesen wohl nachhaltig über den Festtag hinaus. „Jung und Alt, Gastgeber und Gäste, Trachtler und Trachtenfreunde – alle hatten sie ihre Wiedersehens-Freude“. Zugleich legten sie mit Kirchenzug und Gottesdienst ein farbenfrohes und eindeutiges Glaubensbekenntnis ab.

Der Gottesdienst oberhalb des Ortes mit Simsee- und Hochriesblick war für Domkapitular und Dekan Daniel Reichel sowie für Dr. Julia Offermann von der Evangelischen Kirche Bad Endorf guter Grund zur Aussage, dass die Pracht der Tracht auch auf innere Werte hinweist, denn Jedermann ist mit dem Antlitz Gottes bekleidet. Für Gauvorstand Michael Hauser war das größte bayerische trachtlerische Zusammenkommen die Möglichkeit auf die Medienkritik zum G7-Empfang mit den Trachtlern einzugehen. „Peinlich soll das gewesen sein? Ist es peinlich, dass die ganze Welt uns ob der Brauchtumspflege bewundert? Oder ist es peinlich, dass wir uns in Zeiten der Globalisierung um regionale Identität kümmern?“ – auf diese Fragen in Richtung der Bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner antwortete diese in ihrem Grußwort: „Das Bild, das sich mir auf diesem Platz bietet ist echt bärig. Und zur G7-Kritik sage ich nur, dass wohl der Neid immer wieder eine Rolle spielt“. Ergänzend sagte sie: „Ihr habt nicht nur ein schönes Gewand, ihr kümmert Euch auch um wichtige Werte sowie u Theater, Sprache und Jugend, deswegen lasst Euch nicht beirren“. Diesem Appell folgten die Trachtler mit Bayerns Landesvorsitzendem Günter Frey an der Spitze indem sie sich froh und frei auf den Weg durch den Ort und ins Festzelt machten.

In einem weiteren Grußwort dankte Rosenheims Landrat Otto Lederer den Endorfer Trachtlern für deren Mut, Fleiß und Geschick, zum G7-Gipfel zurückblickend sagte er noch: „Für die sieben Staatsoberhäupter und ihre Gäste waren 18.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, heute bei 8.000 Trachtlern haben wir vielleicht acht Polizisten und die kümmern sich hauptsächlich um den Verkehr. Das ist nicht peinlich, sondern das macht uns stolz“.

Beitrag: Hötzelsperger, Fotos: Rainer Nitzsche

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